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Multifamilientherapie (MFT)

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Multifamilientherapie im Eylarduswerk

In den Jahren 2011/2012 absolvierte Barbara Lüüs (Diplom-Psychologin und stellvertretende therapeutische Leiterin) am Fortbildungsinstitut Connect, des Albert-Schweitzer-Kinderdorfes Hessen e.V. in Hanau eine Ausbildung zur Durchführung von Multifamilientherapien in der Jugendhilfe.Durchgeführt wurde die Weiterbildung von den Pionieren der Multifamilientherapie in Deutschland, Prof. Dr. Eia Asen aus London und Prof. em. Dr. Michael Scholz aus Dresden. Multifamilientherapie ist ein Interventionsansatz für intra- und interfamiliäre Wirksamkeitsprozesse und eine passgenaue und wirksame Maßnahme zur Unterstützung des Bewältigungsprozesses von Familien, die sich mit der Besonderheit ihres Kindes auseinander setzen müssen.
Der Ansatz des Multifamilientrainings wird im Eylarduswerk als schlüssige Fortführung und Ergänzung der bisherigen Elterntrainings und Gruppenangebote (Triple P) für Eltern gesehen. In den Rückmeldungen der Eltern wurde immer wieder erwähnt, dass eine der bedeutendsten Erfahrungen war, sich mit anderen Familien austauschen zu können.

MFT strebt die Unterstützung von besonders belasteten Familien in ihren emotionalen Bewältigungsprozessen, die Stärkung der erzieherischen Kompetenzen und die Erweiterung des sozialen Netzwerkes an.
Das Multifamilientraining im Eylarduswerk ist die simultane Behandlung von 6 – 8 Familien in Gruppen. Multi-Familiengruppen bilden Lernkontexte für Familien, die alle miteinander eine ähnliche Fragestellung verbindet. Die Gruppen sind besonders geeignet für Multi-Problem-Familien und Familien, in denen Mitglieder psychisch erkrankt sind oder deren Lebenssituation sich ähnelt, wie die Fremdunterbringung eines Kindes in der Heimerziehung.

Es nehmen Eltern und ihre Kinder teil. Dabei wird immer wieder das Phänomen genutzt, dass Familien mit ähnlichen Problemen ein akkurates Auge für die Dysfunktionen anderer Familien haben und deren Lösungsversuche und Anregungen gut auf sich anwenden oder beim anderen direkt ansprechen können. Auch die gegenseitige Unterstützung und die gemeinsame Suche nach Lösungen werden immer wieder durch die moderierende Haltung der Therapeuten angeregt.

In der Tagesgruppenarbeit hat sich das Multifamilientraining schon jetzt als eine ideale Ergänzung zu den bisherigen Methoden der Kooperation mit Eltern und Familien im Eylarduswerk erwiesen.

Betreuungsfamilien und die ihnen anvertrauten Kinder können sich in der fortlaufenden Gruppe gegenseitig unterstützen und sich miteinander austauschen. Die Kinder können sich als Mitglied einer Gruppe zu erleben, in der alle ihre Herkunftsfamilien verlassen mussten um nun in einer neuen Familie aufzuwachsen. Die vielfältigen Themen, wie Misshandlungen, Sehnsucht, Loyalitätskonflikte und Schuldgefühle werden in Spielen, mit kreativen Methoden und den verschiedensten Gesprächskreisen angesprochen und bearbeitet.
In einer Multifamilientherapiegruppe für Familien deren Kinder in stationären Gruppen des Eylarduswerkes untergebracht sind, bieten ebenfalls viele Gelegenheiten die allen gemeinsamen Themen und Sorgen anzusprechen, die Isolation zu überwinden und ihre Kompetenzen durch die Unterstützung der anderen Familien zu stärken.
Der systemische und ressourcenorientierte Ansatz, ein intensiver Einsatz von Filmaufnahmen und die lebendige und aktivierende Gruppenarbeit hat 8 Mitarbeiter/-innen aus den Tagesgruppen und dem stationären Bereich motiviert in diesem Bereich ebenfalls eine Ausbildung zu absolvieren oder unter Anleitung von Barbara Lüüs gleich mit in die Arbeit einzusteigen, die allen Beteiligten (Eltern, Kindern und Fachleuten) viel Spaß macht und von allen stets als bereichernd und hilfreich erlebt wird.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an

Barbara Lüüs
Diplom-Psychologin
Stellvertretende therapeutische Leiterin
b.lueues@eylarduswerk.de